Ein Bergdorf auf Filz für ihr Reichenbach
Köhler-Roeber-Erben beschenken das Neuberin-Museum
Freude bei Museums-Chefin Marion Schulz (rechts): Christel Stelmaszyk, Enkelin der Malerin Minna Köhler-Roeber, schenkte dem Museum am Montag ein Bild der in Reichenbach geborenen Impressionistin.
Foto: Franko Martin
Reichenbach. Ein Museum kostet nicht nur Geld, es schafft auch Werte. Über Ankäufe beispielsweise, oder über Schenkungen. So wie am Montag, als es nach dem Abbau der vielbeachteten Sonderschau zum Wirken der gebürtigen Reichenbacher Malerin Minna Köhler-Roeber (1883 bis 1957) im Reichenbacher Neuberin-Museum für Museumsleiterin Marion Schulz ein kleines Weihnachten gab.
Christel Stelmaszyk, Enkelin der Impressionistin Köhler-Roeber, übergab am Vormittag dem Museum im Namen ihres in Berlin lebenden Bruders Jürgen Köhler und des niedersächsischen Galeristen Torsten Sabatier das Gemälde "Bergdorf im Hochsommer".
Das Werk (Öl auf Filz) entstand 1920 und wird derzeit mit etwa 3000 Euro gehandelt. Kein großer Wert, könnte man meinen, wenn man dazu Bilder von Otto Paetz, dem Reichenbacher Ehrenbürger, und des Reichenbacher Kunst-Professors Günter Horlbeck ins Verhältnis setzt. Die von beiden dem Museum vermachten Werte übersteigen nach Auskunft von Marion Schulz die 100.000-Euro-Marke deutlich.
Für die Roeber-Enkelin allerdings ist das alles relativ. "Es handelt sich ja bei den wunderschönen Bildern meiner Großmutter nicht nur um Handelsware. Die Bilder gehen ja richtig zu Herzen. Und das hat auch einen Wert." Diesen Wert für sich zu ergründen waren in den vergangenen Wochen viele Reichenbacher und Gäste von weither ins Museum gekommen.
Darunter Reisegruppen oder zum Beispiel eine siebte Klasse des Reichenbacher Goethe-Gymnasiums mit Kunsterzieherin Ulrike Wolf. Auch Kaufinteressenten waren dabei. Aber bis auf das "Bergdorf" bleibt vorerst alles im Besitz der Enkel und des Galeristen, der Bilder der Köhler-Roeber im nächsten Jahr in Berlin und in Riga zeigt. (gem)
Erschienen am 17.11.2008
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